Reinhardt O. Hahn

19. Nov. 2025

Das wahrscheinlichste Ergebnis ist, dass KI und Roboter alle Menschen reich machen. Tatsächlich weitaus reicher als den reichsten Menschen der Welt 👀

Damit meine ich, dass die Menschen Zugang zu allem haben werden – von übermenschlicher medizinischer Versorgung bis hin zu Spielen, die viel mehr Spaß machen als alles, was es heute gibt. Damit dies die wahrscheinliche Zukunft ist, müssen wir sicherstellen, dass KI ein tiefes Interesse an Wahrheit und Schönheit entwickelt.

Von Elon Musk.

Von mir gibt es einen Text, fünf Jahre alt, der sinngemäß genau das Gleiche sagt, als die Worte des "reichsten" Mannes der Welt.

Reinhardt O. Hahn


 Danken und Erinnern 

Trauer ist ein schwaches Wort. Der Verlust ist viel zu groß. 47 Jahre, in Worten, siebenundvierzig Jahre habe ich

Manfred Jendryschik gekannt. Er war mein (hartes) Vorbild, mein Freund, vor allem mein Partner im Projekte Verlag (Cornelius GmbH) und der Mitherausgeber von insgesamt 48 Buchtiteln, unter anderen der Cornelius Edition, der "Weißen Reihe" und er brachte 14 eigene Titel in den Verlag. Herr Christian Eger, der leitende Kulturredakteur der Mitteldeutschen Zeitung hat es in seinem Beitrag unter anderem am 24. Juni 2025 so gewürdigt: HALLE/MZ. 

"Nach 1996 kam das Herausgeben hinzu. Gemeinsam mit Reinhardt O. Cornelius-Hahn, dem Chef des halleschen Projekte-Verlages, gab Jendryschik die qualitätsvolle „Weiße Reihe“ heraus: 48 Buchtitel insgesamt. 14 Jahre währte die Zusammenarbeit...." 

Die Diskussionen, die Messen, die Reisen und vor allem die Herausgaben, die, wie Peter Gosse schwärmte und ausrief, wären grandios und nicht zu übertreffen. Handgebundene, gewichtige Bücher, die im weißen Einband strahlten und inhaltlich durch die Wechselseitigkeit zwischen Bild und Wort scheinbar eine Korrespondenz führten, sie waren einmalig und wurden unwiederholbar.

All die bekannten und berühmten Namen, die heute in den Medien stehen und für Manfred Jendryschicks Hervorstechen, seine Empfindung und Auswahl sprechen, sind als Bücher tiefgehend und schön in die Öffentlichkeit gebracht worden. Er war ein Meister und knüpfte oft die Kontakte zu den geistigen Größen in der Bild- und Wortwelt der Schriftsteller, die mitunter vor den Herausforderungen dieser anderen und für sie neuen Gesellschaft nach der "Friedlichen Revolution" standen.   

Um nur einige zu nennen, die wir alle kennen oder kannten: Dieter Mucke, Volker Braun, Christa und Gerhard Wolf, Peter Gosse, Gerhard Kurt Müller, Rosemarie Fret, Ernst Bloch, Rolf Münzner, Günther Uecker, Gerhard Marcks, Erich Loest und viele, die hier ungenannt, aber in den Bibliotheken der Sammler dieser Werke, Archiven der Landesbibliotheken und der Deutschen Bücherei auf immer stehen.

Unsere Vernissagen, Messeangebote in Europa, Buchpremieren, Auktionen und Schöpfungen interessantester Bücher waren legendär. Nun ist diese gute Zeit vorbei, sicher auch für mich, als seinen partnerschaftlichen, jüngeren Begleiter.

Wir haben uns schon 1978 kennengelernt. Er immer als Mentor, Leiter in Werkstätten, als Mitglied in Gesellschaften und Vereinen, als Gesprächspartner und oft auch, mit mir im PKW und über Deutschland hinaus unterwegs.

Ironisch, heiter, gespannt und neugierig, so sind wir zu den Autoren gefahren, er als Herausgeber der Projekte Verlag Cornelius GmbH, ich als Verleger und Geschäftsführer, wir haben nicht nur einiges, wir haben bis 2015 vieles gewagt und gewonnen.

Das war viel in seinem und meinem Leben, nehme ich aber Manfred Jendryschiks gesamte literarische Tätigkeit, so gab es wohl kaum einen, der so unübertrefflich im "Mitteldeutschen Erzähl-Raum", unsere weit zu fassende Heimat literarisch durchmessen hat, wie Manfred Jendryschik. Es wird wohl kaum einen zweiten Schriftsteller geben, der so genau und so perfekt die Zeitgeschichte hinterfragt hat, wie dieser Dessauer. 

Stellvertretend für sein Schaffen und seine Art, die Dinge zu nennen, erwähne ich hier nur diesen Titel:

Entschuldigung, wo geht es hier zur Revolution? – HerbstStraßenTageBuch

Wirklich, Trauer ist ein zu schwaches Wort. Für unsere gemeinsame Zeit war es auch ein intensives, berückendes und hartes Leben gewesen, mit sehr viel Arbeit für die Kunst, für die schönsten und besten Bücher in Mitteldeutschland.

Ich verabschiede und verneige mich vor dir, Manfred.

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